Durststrecke (19. Oktober - 22. November 2006)
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Von vielen Seiten ermahnt, hier
nun wieder einige Bilder, die den Fortgang der Arbeiten dokumentieren.
Die gute Nachricht: Sowohl zeitlich als auch finanziell liegen wir gut
im Rennen. Allerdings waren die letzten Wochen sicherlich ziemlich
genau das, was jeder, der einmal gebaut hat, nicht wiederhaben
möchte. Da wir also sehr an "Sachthemen" gearbeitet haben, geht
unsere Dokumentation hier in grösseren Sprüngen, aber
chronologisch geordnet, voran.

Neues vom Innenausbau: Der Trockenbauer hat die ersten
Unterkonstruktionen im Obergeschoss gestellt. An der Decke erkennbar
Dampfbremse, Unterlattung und die im Obergeschoss grundsätzlich
von der Decke kommende Elektro-Rohinstallation. Die blauen Kleber im
Hintergrund sind die wieder verschlossenen Einblasöffnungen
für das Isofloc. Hier sind Dach und Aussenwände bereits
komplett gedämmt, es fehlt nur noch der Fussboden im EG bzw. die
Bodenplatte.

Neues von der Fassadenbekleidung: Hier ist die Unterkonstruktion
für die Lärchenverschalung weitgehend angebracht. Nach
längerem Hin und Her haben wir uns gegen die Boden-Deckel-Schalung
entschieden. Stattdessen werden die Unterkonstruktion mit
UV-beständiger Unterspannbahn bezogen und die Schalungsbretter mit
geringem Abstand senkrecht darauf geschraubt.

Holz vor der Hütt'n: Hier liegt unser erstes Laubholz, allerdings
noch schlagfrisch. Es wird nochmal durch eine mindestens so grosse
Menge trockenen Laubholzes ergänzt. Damit kommen wir rein
rechnerisch locker über den Winter...

Unterkonstruktion der Verschalung auf West- und Nordseite.

Am 7. November die Nagelprobe: Herr Kuehrt unterzieht das Haus dem
Blower Door Test. Dazu werden zunächst alle auszumachenden
Öffnungen des Hauses verschlossen. Anschliessend werden mit einem
Ventilator nacheinander bestimmte Unter- und Überdrücke im
Haus erzeugt und gemessen, welches Förderstromvolumen der
Ventilator aufbringen muss, um einen bestimmten Druck zu halten. Das
Ergebnis kann sich absolut sehen lassen: Der Maximalwert von 0,6
Innenvolumen pro Stunde wird auf Anhieb klar unterschritten - und dabei
sind noch zwei Stellen bekannt, an denen es während des
Unterdrucktests spürbar kühl pfeift!

Die Auswertung erfolgt in Echtzeit am Laptop. Das Endergebnis: Ein
gemittelter Druckverlust von 0,42 Innenvolumen pro Stunde. Ausdruck
dessen ist möglicherweise tatsächlich auch schon, dass sich
mehrere Leute unabhängig voneinander darüber gewundert haben,
dass es im Haus derzeit ohne Heizung und bei Aussentemperaturen von
nachts 1 bis 3°C angenehm warm ist. Konkret messen wir
innen zwischen 17 und 19°C. Daran hat sicherlich der
1000W-Baustrahler einen guten Anteil, aber dass das so ist, spricht
doch schon für sich...

Interessanterweise wird nicht der Druck bei konstantem
Fördervolumen gemessen, sondern eben das für einen bestimmten
Innendruck notwendige Fördervolumen. Das Messequipment kommt
natürlich aus Amiland.

Eine Woche später wird die Balkenkonstruktion für den
Fussboden im EG eingezogen. Der darunter entstehende "Hohlraum" ist ca.
35 cm hoch und wird mit Isofloc ausgedämmt. Vorher muss aber noch
die Installation im Boden fertiggestellt werden. In der Mitte unten
sieht man die Versorgungsleitungen für den Kaminkessel. Ob der zum
Termin geliefert werden wird? Im Hintergrund bereits an der Stelle, an
der später der Flügel stehen wird, eine Testmasse: ca. 1,5
Tonnen wiegen die Fermacell-Platten, die wir dorthin umlagern mussten,
um Bewegungsfreiheit zu haben. Da ist der Flügel deutlich
leichter...

Im Obergeschoß sind grosse Teile der Wände mindestens
einseitig beplankt und die Elektro-Rohinstallation weit
fortgeschritten. Der Rigips an der Decke wird sichtbar bleiben und nur
noch gestrichen. In der Decke sind Heizflächen eingebaut und mit
Strahlungsschilden ausgerüstet. Der Heizkreisverteiler für
das gesamte Haus ist im Hintergrund in der Trennwand zwischen Bad und
Galerie zu sehen.

Blick in die andere Richtung; man erkennt von links nach rechts die
Türen zu Fritze's und Heinrich's Zimmer, das Dunkle (weil
fensterlose) daneben ist die Abstellkammer.

Im Schlafzimmer tobt der Bär; zumindest laden die Installateure aller Art hier ihren Krimskrams ab. Das wird doch mal ein helles Schlafzimmer...

Frei nach Christo: Die Hütte ist komplett verpackt mit oben
erwähnter Unterspannbahn. Nun sind auch die Gefahren durch
Bewitterung für die DWD-Platten begrenzt. Aber eine richtige,
widerstandsfähige "Haut" ist das immer noch nicht, dazu fehlt noch
- Lärche!

Die kommt hier. Die Tücken liegen im Detail: Rechts und links z.B.
von Fenstern werden zuerst die Streifbretter angebracht. Es ist eher
unwahrscheinlich, dass das Mass dazwischen ohne Rest durch Bretter-
plus Zwischenraumbreite teilbar ist. Also muss eine gewisse Anzahl an
Brettern optisch unauffällig der Länge nach abgeschnitten
werden - da kommt Freude auf. Ausserdem sind die Bretter auf Länge
zugeschnitten geliefert worden, insgesamt 33 verschiedene Längen.
Hier immer auf möglichst wenig Verschnitt zu optimieren und dabei
keine langen Bretter versehentlich zu zerstören (es werden
keine Stöße toleriert) ist keine leichte Aufgabe. Am Ende
hilft hier professionelle Unterstützung.

Blick auf West- und Nordseite. An die "schwarzen" Stellen werden
später noch Dreischichtplatten geschraubt - u.a. ein optischer
Trick des Architekten, um "anstössige" Unsymmetrien der
Fensteranordnung zu kaschieren. Praktisch bedeuten die Platten aber
auch einen gehörigen Zusatzaufwand.

Der Stolz des Elektrikers: Die Verteilung und hier etwas unscheinbar
die fertiggestellten vier Kabelbäume, die das gesamte Haus
versorgen. Die Bautreppe musste wegen der Fussbodenkonstruktion im EG
wieder abgebaut werden; derzeit geht (wieder) alles über die
Leiter.

Die Fussbodenunterkonstruktion ist fertig, man erkennt die Keile zur
Höhenjustierung. Jene konnten wir nur mit einem Baulaser
zufriedenstellend hinbekommen, mit Wasserwaagen war da nichts zu
machen. Erstmals im Hintergrund zu sehen: Unser Pufferspeicher! Nach
Drängeltelefonaten mit einigen Tagen Verzögerung endlich
geliefert. Er ist besonders schlank und fasst 850 Liter. Damit werden
wir Heizungs- und warmes Brauchwasser machen.

Im Bereich der Fliesen werden die OSB-Platten verstärkt. Man
erkennt die Installation von Rohren und Kabeln. Die ist hoffentlich
fehlerfrei...

Kraftwerk, Block I: Die Situation unmittelbar neben dem Puffer, wo die
Versorgungs- und Verbindungsleitungen aus der Bodenplatte kommen und
sich lustig mit Abwasser- und Lüftungsrohren mischen. Entstehende
logistische Probleme hat die Firma Pfau&Heller an dieser Stelle
wunderbar in den Griff bekommen. Wer genau hinsieht, erkennt meinen
rot-gelb-blauen Versuch, zwei CAT5-Kabel durch vorsichtiges Löten
zu verbinden, da das Datenkabel zwischen dem Baacob'schen Haus und uns
leider ein paar Meter zu kurz war. Die Adern sind laut Messung ok, mal
sehen was bei einigen Megahertzen passiert.

Anke (hier beim Nachfüllen von Isofloc) und Christian sind zum
zweiten (und laut Plan letzten) Mal angerückt, um den Fussboden zu
dämmen. Im Gegensatz zur Wanddämmung, bei der die Schwerkraft
eine grössere Rolle spielt, wird das Isofloc in den Boden nur
locker eingeblasen. Dabei wird nur eines der beiden
Zellofant-Gebläse mit eingeschränkter Drehzahl zur
Förderung verwendet. Es hat trotzdem ordentlich gestaubt...

...obwohl der Terminator hier zu Kommunikationszwecken mal die Maske abgesetzt hat.

Das ist schwieriges Terrain: Vorher war es nur anstrengend, da man im
EG wegen der Hürden immer den Storchenschritt praktizieren musste.
Jetzt muss man sich zwingend auf den Balken bewegen, denn eine
Kompression des Isofloc durch Seitensprünge lässt sich nur
durch Auffüllen des entstandenen Hohlvolumens mit "frischem"
Isofloc kompensieren. Wir haben es ausprobiert...

Glücklicherweise dauert es nicht lange, dann stellen sich diese
Optik und ein neues Raumgefühl ein. Hier sind bereits zwei Lagen
OSB verlegt und z.B. die Fensternischen ausgekleidet. Mit letzteren und
der Fussbodenhöhe gab es delikaten Ärger, da sich die Fenster
wegen unterschiedlicher Einbauhöhe teilweise nicht mehr über
dem Fussboden öffnen liessen, aber das ist inzwischen auch
korrigiert worden. Hinter der Esse erkennt man übrigens unseren
frisch und mit nur einem Tag Verzögerung gelieferten Kaminkessel.

Aus einem anderen Blickwinkel.

Ein etwas seltenerer Blick von der Strasse aus auf die Südseite.
Hinter Pappen versteckt sind unsere Solarkollektoren, damit sie - weil
noch unbefüllt - keinen Schaden durch Überhitzung nehmen. Die
Apfelbäume haben inzwischen so gut wie alle ihre Blätter in
unserer Regenrinne abgelegt.

Die Farben sind echt. Schade, dass hier die Platten noch nicht an der
Fassade montiert sind. Das Gerüst wird innerhalb der kommenden
beiden Wochen abgebaut.

Blick auf den verschalten Ostgiebel.

Ein Blick auf das Dach aus einiger Entfernung erfordert die Einnahme
spezieller Standpunkte. Sieht doch schon fast nach einem Haus aus.

Dieses Bild ist nochmals zwei Tage aktueller: Die von uns am Wochenende
gestrichenen Mehrschichtplatten sind alle an der Fassade montiert.
Ausserdem sind alle Hinterlüftungen, Bleche, die Ortgänge und
Traufen fertig. Sofern sich keine Mängel finden, kann man den
Fassadenaufbau als komplett bezeichnen. Nun wäre es noch
traumhaft, das Wetter liesse auch noch die Fertigstellung des
Anstriches des Lärchenholzes (an der Südseite bereits fertig)
zu.
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zuletzt aktualisiert: 29. November 2006