Himmelfahrtskommando.


An dem "langen Wochenende" zwischen 25. und 28. Mai ist das Ziel, den Ablauf von Klärgrube und Zisterne an das Abwassersystem anzuschliessen, sprich: an den Quohrener Bach. Nach einer sehr unschönen Begebenheit vor der Notarin dürfen wir nun doch das Ablaufrohr durch Sven's Nachbargrundstück (den "Niedergarten") verlegen und müssen nicht die Strasse öffnen lassen. Dort suchen wir zunächst grabend eine etwa 25 Jahre alte Kellerschleuse des Fuchsbaus, von der wir wissen, dass sie recht tief (mehr als zwei Meter im uns interessierenden Bereich) im Boden verläuft - aber nicht, wo genau. Nach einiger Zitterei und mehrmaligem Messen und Nivellieren finden wir tatsächlich das Tonrohr ganz in der Nähe der vermuteten Stelle.



So
sieht der Niedergarten aus, kurz bevor der Bagger kommt. Rasenmähen und Düngung in einem.




Hier haben wir die Kellerschleuse schon glücklich gefunden und der Bagger macht sich daran, den Graben Richtung Fuchsbau zu verlängern.




Stilleben mit Werkzeug. Im Schachtloch sieht man ein Stück neues KG-Rohr, das die Kellerschleuse zwischen den alten Rohrenden verbindet, da ständig nicht zu knapp Schichtenwasser nachläuft. Daher werden Gummistiefel Pflicht beim Arbeiten und die ganze Sache recht unangenehm. Wir versuchen, die Sohle so gut es geht zu verfestigen und die Rohre abzudichten (das alte Rohr hat selbstverständlich kein Standardmass), aber der Erfolg ist begrenzt. Später versuche ich, das Wasser mit einer Tauchpumpe vom Zirni loszuwerden, aber die Pumpe ist viel zu stark und fällt am Ende aus.




Zwischenzeitlich muss der Lehmmatsch "manuell" entfernt werden. Davon habe ich mindestens 50 Stück hochgezogen und ausgekippt; die Laune geht gegen Null. Zumal abzusehen ist, dass in der Grube nach kurzer Zeit davon wenig zu sehen sein wird. Nach einer Weile treffen wir auf eine etwas festere Bodenschicht, die wir versuchen, zu erhalten. Also müssen wir schnell sein, bevor das Wasser alles wieder aufgeweicht hat. Das gelingt auch; später setzt der Lieferant der Brunnenringe im Nieselregen den Schacht vom Laster aus zusammen. Das war recht abenteuerlich, da der Fahrer vom Kransitz aus wegen der Hecke nichts sieht, dirigiert werden muss und die Telefonleitung im Weg ist. Glücklicherweise hat er eine ruhige Hand und die Kabel reissen nicht ab.




Blick in den Schacht, oder, wie ich lerne, in den "Schrot". Das Rohr mündet übringens später in "die Bach", was bei "Eingeborenen" durchweg üblicher Sprachgebrauch ist. Links ist Norden, im Nordwesten liegt der Zulauf der Kellerschleuse, im Südosten der Ablauf zum Bach. am unteren Bildrand unser neuer Einlauf. Der Schacht läuft zwar nicht schnell, aber stetig ab. Eine spätere Reinigung wird notwendig sein.




Das ist die Quohrener Bach mit unserem "Seitenarm", nachdem ich ihn etwa drei Stunden lang freigelegt habe. Herr Smy hat uns gebeten, den offenen Teil des Grabens zu verrohren, was wir später auch machen können. Der Ablauf ist nicht gut, da sich das Bachbett im Laufe der Jahre deutlich gehoben hat. So liegt die Rohrsohle nur unwesentlich über dem Bachniveau bei normalem Wasserstand, den man hier etwa auch sehen kann. Der längliche Gegenstand auf der Landzunge ist der Inhalt des Rohres auf dem ersten Meter; nach längerem Rütteln und Zerren kann ich diese Mischung aus Sand und Wurzeln herausziehen. Man kann sich vorstellen, wie es im weiteren Verlauf des Rohres aussehen wird...




Als wäre nichts gewesen... nicht ganz. Aber trotzdem hat unser Profi-Baggerfahrer einen akzeptablen Zustand hinterlassen, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Der Schachtdeckel liegt etwas zu hoch, aber das werden wir durch Anfüllen ausgleichen. Der Erdhaufen im Hintergrund ist übriggebliebener Aushub (mehrerer Gräben) und kann dazu verwendet werden.




Baustoffhandel Baake die Dritte. Die Sandsteinplatten stammen von dem Weg vor dem Fuchsbau und kommen da später auch wieder hin. Der Bus im Hintergrund fährt übrigens rückwärts (!) und wird später noch für Unruhe sorgen.




Das Geburtstagsbeet trotzt bis heute allen Baumassnahmen (wenn auch oft nur knapp) und sein Inhalt gedeiht dank Jana's Pflege inzwischen recht gut.




Das Wetter ist uns diesmal überhaupt nicht so gewogen wie bisher und der Regen führt schnell zu dieser Optik. Nicht nur, dass man kaum laufen kann, weil die Gummistiefel sehr schwer werden und man ständig wegrutscht, der Lehm klemmt sich auch sehr gern zwischen Schubkarrenrad und Wanne ein und bremst hervorragend.




Der Bagger kämpft sich weiter Richtung Kläranlage vor und man sieht hier, dass das wirklich kein entspanntes Arbeiten ist, da der Platz zwischen Haus und den begrenzenden Säulen bzw. den Containern knapp ist.




Und so ergibt sich vor unseren Grundstücken die in den letzten Wochen übliche "Parkordnung". Das finale Reinigen der Strasse ist meistens mein Job, nachdem die Dresdener nach Hause gefahren sind.




Durch den Sohn des Nachbarn, der mit seinem grossen Reisebus über's Wochenende zu Besuch ist, kommt alles durcheinander. Die "Baupolizei" weist hier mit ihrem Verkehrsstab an, wohin die kleineren Teilnehmer auszuweichen haben.




Wenn man sich nur lange genug mit ihnen beschäftigt, beginnt man, selbst kaputte Baumaschinen zu lieben. Dieser Hoppelpeter wehrte sich erfolgreich gegen mehrere Versuche, seinen Gasbowdenzug zu reparieren, und wir gaben schliesslich auf.




Nochmal Pech: Quohrener Standardpampe lässt Sonntag morgen die Baggerkette abspringen; natürlich genau dann, als der Bagger zwischen Fuchsbau und Schuppen eingeklemmt ist und seinen Arm nicht zu Hilfe nehmen kann. In einer sehr hemdsärmeligen Aktion zerrt ein mit dem Trecker vorbeikommender Bauer den Bagger einige Meter nach hinten und wir versuchen, zu dritt mit Brech- und Gerüststangen die Kette auf den rechten Weg zurückzubringen - vergeblich. Der Bagger lässt sich noch vorsichtig bewegen, aber Freude kommt nicht mehr auf. Dass eine Fettpresse im Bagger liegt, mit deren Hilfe wir die Kette wieder draufbekommen hätten, sagt uns am Ende die freundliche Dame vom Baggerverleih.




Nachdem der Graben fertig ist, kommt das KG-Rohr hinein. Ich lerne, dass man Gleitmittel unter anderem dazu verwenden kann, diese Rohre zusammenzusetzen. Sven beim gefühlvollen Hantieren damit.




Ein Blick in das EG des Fuchsbau. Am Freitag wird in einer hektischen Aktion der Beton geliefert, den man hier schon ausgehärtet als festen Boden sehen kann. Die "alte Werkstatt" wird später noch ausgeräumt werden. Rechts an der Wand die bereits fertig installierten KG-Abwasserrohre des Bades zur Klärgrube.




Der Weg zwischen Fuchsbau und Schuppen ist freigeräumt, nachgebaggert und bietet diesen trostlosen Anblick. Man beachte die linke Säule an der Klotür: Sie hängt frei schwebend an dem oben erkennbaren Stahl. Ganz links unten die Öffnung zum "Unaussprechlichen", das bisher glücklicherweise nicht nennenswert ausgetreten ist.




Idyll, gell? Mit den Kanistern tanken wir den Bagger nach. Der kleine erweist sich als Grössenordnungen bescheidenerer Trinker als der grosse Radbagger, der unsere Fundamentgrube ausgehoben hat.




Während wir im Schlamm wühlen, fliesen diese drei Ladies vom Grill in grossartiger Teamarbeit das Dritte Zimmermann'sche Bad.




Arbeit beendet, Ziel deutlich verfehlt: Eigentlich wollten wir noch unsere Leitungsgräben baggern und mit den Drainagegräben um den Fuchsbau fertig werden, aber da fehlte doch noch einiges. Und das, obwohl zwischenzeitlich dankenswerterweise noch sehr kurzfristig Aandula, Torsten und Horst mit anpacken. Die Wolken im Hintergrund sind recht typisch für das Wetter bei diesem Einsatz. Meine Meditation über Himmelfahrt besteht darin, den Bagger mit dem Hochdruck-Wasserstrahl vom Dreck zu befreien, damit er nicht versehentlich mit dem Container entsorgt wird.

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zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2006