03. Mai 2006: Klärgrube und Zisterne werden eingebaut


Wir teilen uns die Klärgrube mit Kathrin und Sven, sie ist für 10 EGW ("Einwohnergleichwerte") ausgelegt. Eine vollbiologische Ausführung mit drei Kammern ist Pflicht. Zusätzlich hat uns die Gemeinde verpflichtet, eine Zisterne anzulegen, um das auf der durch uns versiegelten Fläche anfallende Regenwasser zu puffern. Ein teurer Spass, aber dagegen kann man wohl nichts machen. Die Zisterne fasst knapp sieben Kubikmeter Wasser. Beide Häuser werden das Wasser per elektrischer Pumpe unabhängig voneinander zurückholen können. Sven spielt derzeit mit dem Gedanken, ein Hauswasserwerk einzubauen, bei dem die Pumpe im Haus steht und in der Zisterne nur angesaugt wird. Ich bin eher noch Freund einer Tauchpumpe, aber da ist noch nichts entschieden.



Dieses "Loch" hat der Bagger am Vortag gegraben; wir haben in mehrerer Hinsicht Glück, denn zum einen ist das Wetter recht trocken und wir haben bis zum Schluss kaum Wasser in der Grube, zum anderen lassen sich aufgrund der Bodenbeschaffenheit die Wandungen fast senkrecht abstechen. Masse: 6,5 Meter lang, 3 Meter breit (das war zum Arbeiten zu schmal!) und etwa 3 Meter tief.




Die Grube befindet sich halb unter Sven's Einfahrt, halb unter dem Fuchs'schen Weg; wir bekommen Leitungsrecht. Hier harren wir am Mittwoch vormittag der Dinge, die gleich kommen sollen.




Und fast pünktlich wird es dann auch laut auf der Strasse. Diesen Laster später wieder zu wenden, soll grössere Probleme machen. Den zweiachsigen Anhänger dreht freundlicherweise der Fuchs mit seinem Trecker. Mit dem Laster wäre das wohl auch sehr anstrengend geworden...




Zuerst werden alle Betonteile (zwei Böden, vier Ringe und zwei Dome) abgeladen und der Hänger abgehangen. Dann setzt sich der thüringische Kollege auf seinen Kran und setzt ein Teil nach dem anderen in die Grube. Für uns wird es jetzt hektisch: Detlef mixt den Dichtmörtel an und Sven und ich verteilen die Pampe auf den "Klebeflächen" der Ringe. Lektion: hierbei nicht zu sparsam sein! Wir schicken stolz zwei der acht gelieferten Säcke wieder zurück, nur um etwas später zu merken, dass wir die Fugen innen und aussen noch manuell abdichten müssen und der Mörtel alle ist! Also muss ich nochmal losfahren und Mörtel besorgen. Ärgerlich. Es folgt eine lustige Zeit in der Grube mit Detlef, in der wir uns aufgrund der Enge gut "näherkommen" und die Fugen abdichten. Dreckige Witze sind Pflicht, dann geht's schneller. Als wir fertig sind, schwitzen die Wandungen schon ganz ordentlich und wir sehen aus wie Sparschweine vor dem Tonofen.




Das isser, ein recht netter und angenehmer Zeitgenosse. Während wir kleistern, hat er Pause und sonnt sich auf seinem Kransessel, unter dem es fünf Meter abwärts geht.




Da sind wir schon beim letzten Teil, dem Dom der Kläranlage. Ein Ring wiegt übrigens 2,5 Tonnen.




Austariert und... Absetzen! Das ging relativ leicht. Die Teile der Klärgrube haben ja noch Innenwände, da mussten wir noch etwas besser aufpassen, wie die Teile abgesetzt werden und sie am Ende noch nachdrehen.




Deutlich später: Die Fugen sind verfüllt und das HDPE-Rohr unseres Wärmetauschers ist verlegt. Das Rohr hängt an Stricken, die wir an den jeweils drei Kranösen der Dome befestigt haben. Zwischendurch raucht Detlef und mir ganz schön der Kopf beim Nachdenken darüber, welches Rohr wohin kommt und ich fürchte natürlich auch, dass die Stricke reissen - aber es geht alles glatt. Bis auf die vollkommen unwichtige Tatsache, dass Sven und Detlef fünf statt der vier geplanten Runden gelegt haben! Und da haben sie mich vorher noch gefragt... Wir merken es bei der dritten Runde von unten und Detlef und ich entschliessen uns, zwei Runden auf demselben Höhenniveau zu verlegen. Wenn wir die Extrarunde wegdenken, liegen die Achten also im Abstand von 60 cm, die oberste in 1,20 Meter Tiefe. Wie man gerade noch erkennen kann, steht am Ende doch ganz gut das Wasser unterndrin, ca. 15 Zentimeter. Aber das ist jetzt egal, der Bagger kann verfüllen.




Börni bringt Sand und wir verfüllen. Zwischendurch hängen sich unser Baggerfahrer Hans und Sven an die Wumm-Tschak-Maschine (das Original!) und versuchen, den Sand zu verfestigen. Das ist bei dem Volumen natürlich mühsam. Am Ende steht der Sand unterhalb der Anschlüsse der beiden "Tonnen" an. Etwas später bringe ich das Rohr des Wärmetauschers in Sicherheit, da es auf einem "Weg" liegt und nach kurzer Zeit schon heftige Kratzer zu sehen sind. Eine Dichtheitsprüfung der Pötte steht noch aus - Sven's Optimismus ist eben nicht totzukriegen.




Klar, das muss sein!




Während die Grube gesetzt wird, hat der Bagger nichts zu tun und setzt einen unangenehm grossen Lehm- und Dreckhaufen an der Ostseite vom Fuchsbau um. Dabei wird heldenhaft über Kathrin's Beet hinweg gebaggert, das Jana und ich ihr zum Geburtstag geschenkt haben, damit sie einen kleinen Lichtblick in dem Modder hat. Kleine Kleckereien beseitige ich nachher und das Beet sieht aus, als wäre nichts gewesen.




Ich glaube, dieses Bild stammt von demselben Tag, aus unserem Wohnzimmerfenster aufgenommen. Petrus sei Dank!

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zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2006