Asio Stradivari aka Quohreule

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Hier sei nun endlich die Geschichte unserer Haushüterin (nicht: Haushälterin!) erzählt. Angefangen hat es damit, daß ich mich auf die Suche nach einem Hauswappen in Form von Dachschmuck gemacht habe, viele wunderschöne und zum Tontaubenschießen geeignete Stücken aus dem Biedermeier gefunden habe und ganz kurz vor dem entnervten Aufgeben glücklicherweise auf diesen Herrn hier aus der Pfalz gestoßen bin:



Es handelt sich um Herrn Rupp (Individuum rechts, pfälzisch sind beide), ein künstlerisches Multitalent, denn neben dem Betreiben der famosen Keramikwerkstatt Rupp schreibt er auch noch Pfälzer Mundarttheaterstücke und zeichnet lustige Cartoons und das war wahrscheinlich noch nicht alles... Darüber hinaus haben wir seine Frau und ihn als sehr nette Zeitgenossen kennengelernt, die wir menschlich und auch geschäftlich nur empfehlen können und bei denen wir uns noch einmal sehr herzlich bedanken möchten.
Zurück zu dem Vogel: Nach dem Studium der Rupp'schen Website war mir klar, daß es der Weg auf unser Dach durch die Pfalz führen würde oder gar nicht. Dem folgte ein angeregter Mailverkehr, in dessen Ergebnis beschlossen wurde, daß passend zum Geisterhaus der Hausgeist nachtaktiv sein mußte, ferner weiblich (Männer haben wir hier genug!), musikalisch gebildet und natürlich - frech. Damit war der Genpool hinreichend umrissen und die Rupps gingen um Weihnachten herum daran, den Homunculus zu formen. Außerdem sollte gleich ein Schwesterchen en miniature als Pfortendame dazugesellt werden.
Den eigentlichen Herstellungsprozeß beschreiben die Rupps auf ihrer Seite ausführlich wenn ich mich recht erinnere, das will ich hier gar nicht erst versuchen, aber technisch beeindruckend fand ich den "gewaltigen" Brennprozeß, in dessen Folge die Tierchen in Überzieher gehüllt mehrere Wochen langsam austrocknen bzw. schrumpfen müssen, damit das Material keinen Schaden nimmt. Diesen ganzen Prozeß bilddokumetarisch auslassend zeigen folgende Bilder die Inkarnation der Achse Pfalz-Ostsachsen:



Frau Rupp beim Präparieren der Oberfläche. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist Herr Rupp im Wesentlichen für die Form zuständig und Frau Rupp für die farbliche Gestaltung.




Quohreule sepia. "Brandschutzanstrich"!?




Da ist auch das "Kleine" schon geschlüpft.




Schon Suzi Quatro sang (bei der Zugabe): "Forty-eight Aaa-sh"...




Und das war der fertige Zustand. Zum Ersten, um zum...




...Zweiten. Einfach entzückend, oder?




Die Künstlerin mit dem fertig montierten Vogel (die Geige ist ein separates Teil!). Obwohl alles zusammen recht schwer und vor allem empfindlich ist, haben die Zugvögel dank guter Packtechnik die weite Reise unversehrt überstanden. Eigentlich wollten wir sie direkt abholen, aber daraus ist leider nichts geworden.




Am Ende war es mir doch lieber, die "Kleine" direkt am Haus anzubringen (auch mangels Zaun!). Die Hausnummer ist groß genug, daß man sie von der Straße aus gut sehen kann.




Ursprünglich sollte sie auf dem First sitzen. Da hätte man aber wahrscheinlich kaum etwas von ihr gesehen, gefördert auch durch das relativ flache Dach. Da ist es doch besser, die Maestra schaut die Auffahrt vom Vordach aus hinunter. Angeblich wurden schon Vordächer eigens für Rupp'sche Kreationen angebaut. Kann ich verstehen.




Und noch einmal aus der Nähe.
- Wenn Sie auf Ihren Wortschatz etwas halten, aber das Wort "Elwedritsch" noch nicht kennen, schauen Sie doch mal hier vorbei (Bilder sollen ja mehr sagen als Worte) und für die Theorie ist die Wikipedia gut.

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zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2007